Communique

Communique zum 6. März 2021

Communiqué
Was für ein Tag!

Heute haben wir – widerständige Frauen, trans-, inter- und nonbinäre Menschen – gezeigt, dass wir genug haben.
Genug von struktureller Gewalt gegen uns und unsere Körper; genug davon, die Folgen von Pandemie und Krise tragen zu müssen; genug davon, dass wir unsichtbar gemacht werden; genug davon, dass unsere Arbeit gering geschätzt sowie unter- oder unbezahlt wird; genug davon, einfach genug! Denn unsere Ohnmacht, Trauer, Vereinzelung und Überlastung haben schon lange der Wut Platz gemacht!
Nach über einem Jahr Corona zeigt sich die Diskriminierung, Gewalt und Ausbeutung, der wir täglich ausgesetzt sind, nicht nur viel deutlicher, sondern haben sich extrem verschärft.

Als 8. März Unite haben wir deshalb zum feministischen Kampftag am 8. März vielfältige Formen gefunden, um unserer Wut über die erlebte Ausbeutung und Unterdrückung Ausdruck zu geben. Wir haben unsere Wut zu Widerstand gemacht!

Mit einem kreativen und widerständigen Polit-Parcours haben wir gemeinsam den Tag gestartet. An 9 Posten konnten die Teilnehmer*innen neue Projekte kennenlernen und sich mit den feministischen Kämpfen befassen, die Aktivist*innen so in die Öffentlichkeit getragen haben – sei es auf der Strasse oder im Radia Lora. Bereits von Anfang an war die Polizei mit einem riesigen Aufgebot präsent und hat den grössten Teil der Posten aufgelöst und die Aktivist*innen wurden willkürlich weggewiesen. Unter dem Vorwand der Corona-Massnahmen haben sich versucht unseren Widerstand zu kriminalisieren, indem sie den Polit-Parcours (der über das gesamte Quartier Kreis 4, 5 und 6 in Zürich verteilt war) als eine Versammlung von mehr als 15 Personen bezeichneten. Darin zeigt sich die klare politische Motivation, unseren Widerstand zu verhindern, während Shopping-Meilen und überfüllte Arbeitsplätze offen bleiben.

Aus der kurzfristigen Ohnmacht angesichts dieser massiven Repression, kam rasch die Wut, die wir gemeinsam in einen starken Widerstand auf die Strasse getragen haben. Um 15:30 Uhr versammelten sich unter solidarischen Schutzmassnahmen 1500 Frauen, trans, inter- und nonbinäre Menschen an der Ecke des Ni una menos-Platz. Bereits da wurden die Teilnehmer*innen von den Bullen angegriffen, mindestens eine Person wurde brutal niedergeschlagen. Sie wollten uns mit voller Gewalt am Loslaufen hindern – doch vergebens! So peinlich. Immer wieder haben sie sich uns in den Weg gestellt und versucht den Demozug aufzuhalten mit Pfefferspray und Fäusten. Trotzdem konnten wir uns lautstark und entschlossen durchsetzen und sind selbstbestimmt durch die Strasse gezogen, begleitet von der Solidarität des Quartiers.

Einmal mehr haben wir gezeigt: Gemeinsam sind wir stark – Gemeinsam gegen Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus! Gemeinsam feministisch!
Eure irre Repression schüchtert uns nicht ein – Wir kommen wieder!

Wir haben unsere vielfältige Wut in der Stadt sichtbar gemacht und unseren Raum erkämpft.
Der Widerstand geht gemeinsam weiter. Jetzt, am 1. Mai, 14. Juni und bis zur (queer)-feministischen Revolution!

xoxo, 8MRZunite!

Parcours Posten!

Parcours Posten!

  • ASZ Frauen* - Sihlquai 125

    In der Frauen*gruppe der Autonomen Schule Zürich kämpfen migrantische und nichtmitgranische Frauen* zusammen gegen Rassismus und Sexismus. Wir gestaltet einen Frauen*Raum an der Schule. Er dient als regelmässiger Treffpunkt sowie Austausch- und Rückzugsort. Ausserdem organisieren wir Workshops, Vorträge, künstlerische Projekte und Lesegruppen. Die Themen sind ausgerichtet an die Bedürfnisse der Frauen* in der Schule.

  • Soli-Kommitee - Kreuzung Josefstrasse/Langstrasse

    Die Gruppe setzt sich seit über einem Jahr ein für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung im ganzen Care-Bereich! - Unter-/unbezahlte Care-Arbeiter*innen und solidarische Solidarisch aus der Krise! Das Solidaritäts-Komitee ist ein neues Bündnis aus linken Personen und Gruppen, welche die Pandemie-Bekämpfung der Regierung als unsolidarisch und gescheitert ansehen. Für uns ist klar; Pandemiebekämpfung soll nicht auf den Erhalt der Profite von Reichen und Unternehmen ausgerichtet sein, sondern auf das gesamtgesellschaftliche Wohlergehen. Aus feministischer Perspektive wird schmerzhaft deutlich, dass die Krise ökonomische und soziale Ungleichheiten zementiert und verstärkt. Gemeinsam wollen wir uns vernetzen und solidarische Antworten auf die Krise finden.

  • Revolutionärer Aufbau/RJZ - Ecke Langstrasse/Lagerstrasse

    Treffsicher: Von unten links nach oben rechts! Krise war schon vor Corona, nun verschärfen sich aber die gesellschaftlichen Widersprüche. Dafür sind konkrete Akteure verantwortlich, die den Klassenkampf von oben vorwärtstreiben. Wer wie in der aktuellen Situation profitiert und wie Frauen und Flint* Personen betroffen sind, wollen wir gemeinsam diskutieren und unsere Treffsicherheit ein bisschen üben. Und weil zu unserem Widerstand auch der kollektive Selbstschutz gegen Viren und Repression dazu gehört, kann jede an diesem Posten ihre Maske verschönern. Wie wir uns verhüllen entscheiden wir! Da haben keine SVP Reaktionäre was zu melden!

  • Sex Work is Work! - Piazza Cella

    How long do we have to protest this shit!? Wir sind wütend, dass Sexarbeit immer noch stigmatisiert und tabuisiert wird. Die Folgen davon sind Marginalisierung und Unsichtbarmachung von vor allem Frauen. Sexarbeiter:innen erleben gesellschaftliche Ausgrenzung und werden zunehmend durch die Stigmatisierung in die Illegalität getrieben.

  • Ni una Menos! - Ni una Menos-Platz (ehemals Helvetiaplatz)

    Wir wollen uns lebend! Seit 2019 kämpft das Ni una menos-Kollektiv Zürich vielfältig gegen Femizide. Wir haben genug davon, dass FLINT ermordet werden, weil sie FLINT sind. Dass die Medien die Ermordung von Frauen verharmlosen. Wir haben auch genug davon, dass die Justiz die Täter schützt und die Polizei uns zum Schweigen bringen will. Wir lassen uns nicht vereinzeln und nehmen uns den öffentlichen Raum: für die, die nicht mehr mit uns sind und für ein freies und selbstbestimmtes Leben für alle. «Es zittern der Staat, der Himmel, die Strassen Es zittern die Richter und die Justiz Wir verlieren die Ruhe Sie säten Angst in uns, doch uns wuchsen Flügel» (Aus dem Lied «Vivir sin miedo» von Vivir Quintana)

  • Stadtgruppe - Wengistrasse 7

    Care-Arbeit in der gentrifizierten Stadt Gentrifizierung verschärft kapitalistische, patriarchale und rassistische machtverhältnisse! Boden enteignen - care-arbeit kollektivieren! Oisi Stadt - oisi Quartier!

  • FTIQ+ Gruppe des Klimastreik - Stauffacher

    Queerfeministische Perspektive aus dem Klimastreik Wir sind eine queerfeministische FTIQ+ Gruppe, die Teil der Klimabewegung ist. Unser Ziel ist es aufzuzeigen, weshalb auch im Kampf gegen die Klimakrise ökofeministische und queerökologische Perspektiven wichtig sind. Wir sind wütend über die Zerstörung jeglicher Lebensgrundlagen, die jahrhundertelange Ausbeutung von Naturressourcen und Lebewesen. Wir sind wütend über Landraub und Enteignung von indigenen Bevölkerungen und die Ausbeutung unbezahlter Care-Arbeit von FTIQ+, zur Aufrechterhaltung des kapitalistischen und patriarchalen Systems. Die ökologische Krise und die Geschlechterkrise hängen zusammen! Wir setzen uns intersektional für eine Verbindung von Kämpfen und die Überwindung des jetzigen ausbeuterischen Systems ein.

  • Kompliza - Kaserne

  • CARE WORK UNITE!

    Die Gruppe setzt sich seit über einem Jahr ein für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung im ganzen Care-Bereich! - Unter-/unbezahlte Care-Arbeiter*innen und solidarische Unterstützungspersonen sammeln Erfahrungsberichte und machen öffentlichkeitswirksame Aktionen. Denn das Ziel ist nichts weniger als die Care Revolution!

Kinderhüten 6. März

Auch dieses Jahr wird es am Samstag 6. März eine kostenlose Kinderbetreeung geben. Von 12-18 Uhr im Kinderraum der Autonomen Schule Zürich (Sihlquai 125, Zürich). Für Verpflegung ist gesorgt. Melde deine Kinder gerne über die E-Mail Adresse kids8maerz@gmx.ch an oder bringe sie spontan am Tag vorbei.

Auf einen kämpferischen 8. März!

Statement und Schutzkonzept für den 6. März – Parcours & Demo

Heraus zum 8. März – Unite! Samstag 6.03.21: Polit-Parcour, 13:30-15:00, DEMO um 15:30 Ni-Una-Menos Platz

Warum wir auch (oder gerade) diese Jahr auf die Strasse gehen

Nach einem Jahr Pandemie ist die massive Zuspitzung der bereits existierenden Widersprüche und Missstände der kapitalistischen Gesellschaft noch deutlicher geworden: Patriarchat und Kapitalismus gehen Hand in Hand; in Krisenzeiten trifft es uns als erste.

Covid19 betrifft uns nicht alle gleichermassen; denn das Virus trifft auf ein System, in dem nur manche Menschen als schützenswert betrachtet werden und abgesichert sind und andere nicht.
Und so deutlich wie in der aktuellen Krise zeigt sich das System, in dem Profite über allem stehen – auch über der Gesundheit – selten.

Ein Jahr seit Beginn der Pandemie sehen wir es wichtiger denn je uns zu vernetzen und zu organisieren. Während international die Herrschenden mit Hilfe des Staates ihren Profit und ihre Interessen auch in der Pandemie verteidigen, tragen Menschen überall auf der Welt ihren Widerstand gegen das kapitalistische System auf die Strassen.

In den letzen Monaten gingen in Frankreich Zehntausende auf die Strasse gegen rassistische und antimuslimische Sicherheitsgesetze. In Polen nahmen Tausende an Kundgebungen teil, nachdem das Abtreibungsverbot endgültig zum Gesetz geworden ist. In Hanau, Berlin und anderen deutschen Städten wurden für den 19. und 20. Januar zu antirassistische Demonstrationen mobilisiert, um dem rassistischen Attentat in Hanau zu gedenken. Auf Lesvos, Moria protestieren Menschen auf der Flucht täglich gegen die inhumane  Asyl- und Grenz-Politik der EU. In der Schweiz demonstrierten Menschen gegen den faschistischen Angriffskrieg Erdogans in Südkurdistan. Auch in Indien, Chile, USA gehen emanzipatorische Kämpfe auf der Strasse weiter.

Will man die Angriffe von Oben abwehren, dann müssen wir Wege finden, in der aktuellen Situation angemessen kollektiv einen Druck von unten auszuüben, der nicht einfach in den eigenen vier Wänden organisiert werden kann.
Es muss das Ziel sein, Antworten zu finden, damit wir uns schützend, aber konfrontativ politisch organisieren können. Nur so können wir verhindern, dass die Krise auf uns abgewälzt wird.

Umso dringender ist es deshalb, dass wir den internationalen feministischen Kampftag vom 8. März nutzen und umso lauter und stärker gegen Patriarchat, Kapitalismus und Unterdrückung jeglicher Art auf die Strasse gehen.

 

Schutzkonzepte

Wir sind uns bewusst, dass wir uns mitten in einer Pandemie befinden und die Situation weiterhin heikel ist. Trotzdem tragen wir unsere wichtigen feministischen Kämpfe auf die Strasse – Schutzkonzepte gehören selbstverständlich zu unserem Widerstand dazu!

POLIT-PARCOURS: Der queerfeministische Politparcours beeinhaltet 9 dezentrale Posten, die zwischen 13.30-15.30 bespielt werden. Komm mit deinen Kompliz*innen in 5er Gruppen vorbei; Tragt Masken, haltet Abstand und desinfizieren euch die Hände!

DEMO: An der Demonstration gilt Maskenpflicht! Tragt eure Schutzmasken korrekt über den Mund und der Nase. Es wird in der Mitte der Demo einen Wagen mit Schutzmasken und Desinfektionsmittel geben, wo ihr euch gerne bedienen könnt. Die Demo ist im Freien und wir werden uns bewegen, so ist das Infektionsrisiko am geringsten. Versucht trotzdem Abstand zu halten und lauft mit Menschen, zu denen ihr auch sonst viel Kontakt pflegt.
Am besten kommt ihr in kleinen Bezugsgruppen, damit ihr gemeinsam an der Demo laufen könnt und dann auch gemeinsam sicher die Demo verlassen könnt.

Polit-parcours 6. März

Komm am 6. März ab 13.30 mit deiner Kompliz*innen-Kleingruppe und Maske an den queerfeministischen Polit-Parcours! Füllen wir die Strassen mit unseren widerständigen Inhalten, stören wir den unterdrückenden Alltag, machen wir unserer Kritik Raum.

Seien wir vorsichtig miteinander, um gemeinsam gefährlich zu sein: Tragt Maske, gebt aufeinander Acht. Schutzkonzepte gehören, wie die Solidarität, selbstverständlich zu unserem Widerstand dazu. 📢

So funktionierts:

  • Schnapp dir deine Freund*innen und bildet eine Kleingruppe (5 Personen!)
  • Kommt am 6. März 2021 zwischen 13:30 und 15:00 in den Kreis 4 / 5 / 6 in Zürich
  • Es gibt 8 Posten, an denen verschiedene Gruppen anwesend sind und euch Inhalte, Material und Anschllussmöglichkeiten mitgeben
      • Autonome Schule Zürich
      • Stampfenbachplatz
      • Europaallee
      • Piazza Cella
      • Kaserne
      • Ni una menos – Platz
      • Wengihof
      • Stauffacher 
  • Es gibt weder einen Startposten, noch eine Route. Bewegt euch, wie es euch passt!
  • Um 15:30 ist der Treffpunkt für den letzten Posten erneut auf dem Ni una menos-Platz: Wir nehmen uns alle zusammen die Strasse!
  • Es gibt für den ganzen Tag ein Awareness-, Antirep- und Schutzkonzept. Informiert euch an de Posten.
  • Bleibt widerständig und gebt aufeinander Acht!

Weitere Infos immer auf www.8mrzunite.ch und während dem 6. März auf allen Kanälen des ajour-Magazins!


#8mrzunite

Aufruf zum 6. März

Gemeinsam feministisch – auf einen kämpferischen 8. März!

Gründe sich gegen die herrschenden Missstände zu wehren gibt es genug! Die Corona-Pandemie dauert nun schon ein ganzes Jahr an und bestimmt unsere Leben. Ein Jahr, in dem die Intensivstationen Menschen vor den Türen abweisen müssen, weil es nicht genug Betten gibt – und auf dem Gesundheitssektor trotzdem weiter gespart wird. Ein Jahr, in dem Pflegende konstant psychisch und physisch überlastet wurden – ihre „systemrelevante“ Arbeit aber weiter unterbezahlt wird während absurde Boni an irgendwelche CEOs ausbezahlt werden. Ein Jahr, in dem die u.a. durch Schul-Schliessungen aufgehäufte Care-Arbeit wie selbstverständlich unbezahlten Frauen*, trans*, inter* und genderqueeren* Personen zugeschoben wird. Ein Jahr in welchem die häusliche Gewalt stark zugenommen hat. Ein Jahr der vorgegebenen Solidarität, in welchem institutioneller Rassismus verstärkt und prekäre Lebensverhältnisse weiter verschlimmert wurden. Kurz: Die Corona-Pandemie verschärft alle bestehenden Ungleichheiten.

Umso dringender ist es deshalb, dass wir den internationalen feministischen Kampftag vom 8. März nutzen und umso lauter und stärker gegen diese Missstände und das sie verursachende System kämpfen!

Seien wir vorsichtig miteinander, um gemeinsam gefährlich zu sein: Tragt Maske, gebt aufeinander Acht. Solidarische Schutzkonzepte sind Teil unseres Widerstands.

SAVE THE DATE: Samstag 6. März, ab 13.30
Weitere Infos zum Programm folgen bald

#8mrzunite